Sei was du bist!

Buchbeschreibung

Für mich ist diese Buch eines der faszinierensten Bücher. Sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, gehörte mit zu meiner Yogalehrer Ausbildung. Wer mehr über Ramana Maharashi lesen möchte, dem lege ich dieses Buch ans Herz. Hier stelle ich nur einen kurzen Einbilck dar.


Die wichtigsten Lehren des großen indischen Weisen

„Ramana Maharshi“


Herausgegeben von David Godman

Aus dem Englischen von Kurt Friedrichs

Neuausgabe 2011 O.W. Barth Verlag Droemer Knauer GmbH & Co.KG, München


Vita von Ramana Maharshi

1896 als Venkataraman (Ramana) 16 Jahre alt war, verließ er seine Familie um sich auf den Weg zu dem Berg Arunachala zu machen. Das ist ein heiliger Berg, eine Pilgerstätte in Südindien. Er wurde getrieben durch eine Todesfurcht, die ihm als Todeserfahrung begegnete. Venkataraman (Ramana) saß zu Hause allein in seinem Zimmer, als ihm diese Todesfurcht ergriff, er erlebte eine Todeserfahrung, durch die Ihm zum ersten Mal bewusst wurde, dass sein wahres Wesen vergänglich war. Von dort an verwand er die Vorstellung eine individuelle Persönlichkeit zu sein für immer. Venkataraman (Ramana) verließ nicht einfach so seine Familie, er konnte sich nicht mehr mit der äußeren Welt in Verbindung bringen. Dort angekommen entledigte er sich all seiner Besitztümer und wollte von dort an sein wahres Selbst aufgeben. Er versank in eine Art Trance, sein Körper verwahrloste zunehmend in den zwei/drei Jahren. Völlig ausgehungert, abgemagert und von der Natur verstümmelt, kehrte er zurück in die Außenwelt, doch dauerte es noch einige Jahre bis er dort wieder angekommen war.

Dieser Berg war in seinen Augen die Verbindung zum Göttlichen und er war greifbar. Die Hindus sehen in diesem Berg die Manifestation des Gottes „Shivas“. Venkataraman bezeichnete den heiligen Berg, später als eine spirituelle Kraft, die ihn zur Selbstverwirklichung brachte. Er entfernte sich seit seiner Ankunft 1896 bis 1950 nie mehr als zwei Meilen von Arunachala.

Nach einigen Jahren die er auf dem Berg verbracht hatte, kamen Pilger zu ihm, einer seiner ersten Anhänger beeindruckt von der Weisheit und er Heiligkeit Venkataraman, nannten sie Ihn: Bhagavan Shri RAMANA MAHARSHI was übersetzt bedeutet:

Bhagavan: der Göttliche

Shri: Ehrwürdiger

Ramana: Abkürzung von Venkataraman

Maharshi: der große Seher

Ramana spürte sich als reines Bewusstsein, von der Außenwelt abgeschnitten und unberührt, sodass er kein körperliches Leiden spürte. Die Hindus bezeichneten ihn, als einen der „sein Selbst verwirklichten“ als direkte Erfahrung des Absolut reinem Bewusstsein, das in manifestierter Form als Sein, Gewahrsein die Gestalt des Universums annimmt. Ramana unterrichtet nicht, wie man es aus der klassischen Schule kennt, er verharrte meist in Stille, er strahlte eine schweigende Kraft aus, damit brachte er den Geist zur Ruhe. Später begann er auch verbale Anweisungen zu geben, diese kamen direkt aus seiner Erfahrung, das Bewusstsein die einzig existierende Wirklichkeit ist. Er hatte begonnen, für all diejenigen zu verbalisieren, die seine schweigenden Unterweisungen nicht begreifen konnten. Sein Fundament beruhte aber auf der Konzentration der schweigenden Kraft. Seine Popularität wuchs mit den Jahren und bald kamen tausende Suchende in sein Ashram, sie wurden von dem Frieden, der Einfachheit und Bescheidenheit Ramana ` s angezogen. Ramana saß meist in der großen Halle in einer Ecke, dort schlief er auch. Er besaß nur ein Lendentuch, ein Wasserkrug und einen Spazierstock, er war 24 Stunden für die Bewohner des Ahrams und die Besucher da. Die Arbeit für die Gemeinschaft war ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben. Er machte keinen Unterschied zwischen den Menschen die zu ihm kamen. Ob reich, ob arm, es war egal, er begegnet jedem Lebewesen mit Hochachtung. Seine Lehren schrieb er nicht auf, sie wurden meist mündlich weiter transportiert oder von dritten zu Papier gebracht.

Ramana ist mit seine Unterweisungen auf die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen eingestellt, das hat zu vielen Widersprüchen geführt. Er konnte zum Beispiel der einen Person sagen, dass ein individuelles Selbst nicht existiert und gleich darauf einem anderem erklären, wie das individuelle Selbst funktioniert. Der Dreh und Angelpunkt bei den Lehren des Maharshi ist aber, das er immer wieder das reine Bewusstsein als alleinige Wahrheit ansieht. Um diese reine Bewusstsein kreisen dann die verschieden Standpunkte, wie unterschiedlichen Menschen zu dieser Ebene gelangen können.

In dem Buch werden die wichtigsten Lehren des Ramana Maharshi zuerst aufgezeichnet, Die Texte sind in einer Fragen Antwort Serie zusammen gestellt, vorab wird immer ein kurzes Intro über den jeweiligen Titel der 21 Lehren geschrieben. Der Inhalt besteht aus:

Erster Teil: Das Selbst

Zweiter Teil: Ergründung und Hingabe

Dritter Teil: Der Guru

Vierter Teil: Meditation und Yoga

Fünfter Teil: Erfahrung

Sechster Teil: Theorie


Meine Erfahrungen

Ich werde in der Folge eine kurze Zusammenfassung des Buches aus meiner persönlichen Sicht wiedergeben, meine Erfahrungen, Ansichten und Schlussfolgerungen.

Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, brach ich nach Seite 20 ab und sagte mir innerlich das willst du nicht. Mein Geist sperrte sich, ich blockierte und boykottierte dieses Buch. Ich wollte keine Spiritualität oder all die Psychoschiene aller Freud mit dem „Ich und Über- Ich“, meine Füße mussten auf dem Boden bleiben, sonst verlor ich die Kontrolle. Ich verstand es nicht meinen Geist zu öffnen und abzugeben, mich zu „verbinden“.

Ausschlaggebend war das EGO das mir sagte, es nützt nix nimm es an. Also her mit der Lektüre, wie das Leben eben so ist, überraschte ich mich selbst, indem ich ohne Anspruch an mich oder die Ausbildung dachte und wertfrei begann zu lesen. Unglaubliches passierte, in 3 Tagen hatte ich das Buch durchgelesen mit einer Intensivität die mich immer noch fesselte, ich fühlte mich frei, offen, leicht und unbeschwert. Zusammenfassend kam ich zu der Überzeugung, dass es viele Wege zu Ramana Maharshi gibt, ich habe mir drei Zitate aufgeschrieben die dieses Buch wiederspiegeln:

„Wenn alles Nichts ist, ist Nichts alles“

„Alles ist Sein, wenn Sein Alles ist“

„Wirklichkeit ist das Nicht Sein wenn das Nicht Sein zur Wirklichkeit wird“

Ramanas Lektüre hat eine zentrale Aussage, er spricht in vielen Formen und Worten davon, meint aber immer dasselbe, für den Leser ist das erstmal sehr befremdlich, denn er weiß nicht was meint Ramana wenn er vom WAHREN SELBST, SEIN, REINEM BEWUSTSEIN, GOTT spricht.

Das Selbst, was nehmen wir als das „Selbst“ wahr nehmen ist, unser individuelles Selbst, es wird geprägt von unserem Verstand, unsere Seele, all unsere Empfindungen… Ramana meint, das es kein Selbst gibt, weder als Objekt oder Subjekt. Unser Selbst was wir wahrnehmen ist nur das äußerliche, eine Projektion des Geistes.

Das Sein stellt er als reines Selbst dar, indem er sagt, dass wir nicht Objektgebunden sind, frei von jeglichen Gefühlen. Es gibt weder Subjekt noch Objekt im Sein, sondern nur ein Gewahrsein des Seins.

Gott wird von Ramana als das Selbst bezeichnet, weder gibt es einen Gott im religiösen Sinne noch einer der alles Erschaffende oder Schöpfer. Das Universum wird von der Kraft des Selbst getragen. Gott ist somit Formlos, es ist ein Synonym für das Selbst.

Tief beeindruckt war ich von der Aussage: „Ich bin, der bin ich“, damit beschreibt Ramana, das wir das göttliche Selbst in uns tragen, ohne zu denken, ich bin Gott. Es ist die völlige Hingabe an das Sein, das reine Bewusstsein, ohne den Ichgedanken, frei sein, sich von sich selbst befreien. Zu verstehen das es keinen Guru gibt, sondern das ich selbst mein eigener Guru bin, ich bin mein Lehrer, meine Innerer Lehrer, welcher täglich damit beschäftigt ist, sich der Lehre hin zu geben. Hingabe, Selbsterkenntnis, Achtsamkeit mit sich, wirkliche Tiefe zu erlangen, bringt uns zu dem Reinen Bewusstsein. Es gibt kein Anfang es gibt kein Ende, keine Begrenzung. Zu akzeptieren, das aus dem Herzen reines Bewusstsein erwächst, jenseits von Zeit und Raum. Das entsteht, wenn sich der Geist nach innen wendet, um die Quelle des Ichgedankes zu finden, dann verschwinden alle geistigen Neigungen und Tendenzen. Wenn diese geistigen Neigungen ausgelöscht werden, verschwindet, er wird aufgesogen vom Licht der einen Wirklichkeit, dem Herzen. Yoga lehrt " yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ", die Vernichtung der Bewegung des Geistes, Ramadan sagt „Selbstergründung ist der Weg“. Yoga zeigt sich in unserer westlichen Welt in der körperlichen Asana, dem Hatha - Yoga, Ramana bezeichnet das als körperliches Ego, was die Welt für wirklich hält, der Mensch begreift aber nicht, das er selbst das Zentrum ist und nicht der Ausdruck durch eine bestimmte Asana. Eine Asana soll einen stabilen und glücklichen Sitz geben, denn hier liegt das Zentrum des Universums, darauf ruhe ich in mir selbst, mehr braucht es nicht. Die Hatha Yoga Praxis ist nur eine Vorbereitung auf das wesentliche, den Meditationssitz. Im glücklichen und stabielen Sitz erreichen wir die Losgelöstheit von unserem Körperlichen und transzendiern. Damit leitete er mich direkt zu Samadhi, den Zustand in dem der Geist die ungebrochene Erfahrung von Sein Bewustsein erlangt. Ramana unterscheidet verschieden Formen von Samadhi, es bedeutet das verweilen in der Wirklichkeit. Mit Anstrengung bei der Wirklichkeit verweilen heißt; Savikalpa-Samadhi.

In der Wirklichkeit aufgehen und sich der Welt nicht gewahr sei; ist Nirvikalapa Samadhi.

In der Nichterkenntnis aufgehen und sich der Welt nicht gewahr zu sein ist Tiefschlaf. Ohne Anstrengung im ursprünglichen, reinen natürlichen Zustand verweilen, ist Sahaja-Nirvikalpa- Samadhi. Die Kernaussage für mich ist: Im Samadhi gibt es nur das Gefühl „Ich bin“ ohne Gedanken, es ist die Erfahrung des Stillwerdens, das Herz sehen.

Überwinden wir all unsere Moral und Wertvorstellungen, sind wir ganz bei uns, ohne die Ichhaftigkeit, dann können wir auch ebenso handeln. Dies bring uns zu einer tiefen Erkenntnis, nicht der Handelnde zu sein, sondern in dem Handeln das Göttliche des anderen zu sehen. Zu verstehen, dass wir uns damit nur selbst helfen, wenn wir andere helfen, ist die wahre Befreiung.

Wirkliche Freiheit gibt es nur durch das Auflösen seiner körperlichen Identifizierung, dem EGO. Das entdecken, das nur das EGO an das Schicksal gebunden ist und nicht das Selbst. Es existiert kein EGO, das zu verstehen, verinnerlichen und seine eigene Machtlosigkeit erkennen: Nicht ICH, sondern DU oh Herr, das ist die vollkommene Hingabe, nichts mehr verlangt oder erwartet. Wahre Hingabe ist die Liebe zu Gott um der Liebe willen, wegen nichts anderem.

Dieses Buch ist eine Bereicherung. Die tiefe Erkenntnis und die Bedeutung was „Yoga ist“ haben dazu beigetragen, meine Sicht auf mich selbst und meine Mitmenschen jeden Tag zu erneuern und zu vertiefen. In der Präsenz zu bleiben, im Augenblicklichen. Jeden Tag mit Liebe, Demut und Hingabe anzunehmen trägt mich auf meiner Yogareise. Diese Erfahrung möchte ich jeden Tag in meinem Unterricht, auf meinem Job und in meiner Freitzeit teilen. An manchen Tagen fällt es mir leicht, an anderen Tagen weniger." YOGA IS A JOURNEY"

Mit diesem Bewustsein es anzunehmen und nichts zu bewerten, beginnt meine Reise jeden Tag aufs Neue...

In unendlicher Dankbarkeit „ Namaste“

Karin



P.S.:

Antoine de Saint-Exupery schreibt in seinem Buch: Der kleine Prinz

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“

Galileo Galilei schreibt: „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“


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